ja, das war bürstadt.
gestern war die "frühlingsspur zur ronneburg", distanzritt über 50 km.
DAS war toll

, echt superklasse

, hat total viel spaß gemacht

.
wir haben einen sonderpreis bekommen für "kleinstes pferd in der wertung", anders gesagt ALLE anderen pferde der insgesamt 25 teilnehmer waren größer als anissia, zum teil erheblich. und trotzdem waren lediglich sechs pferde-reiter-paare schneller als wir ( hab ich schon erwähnt, wie stolz ich auf meine maus bin?)
anissia lief toll, sie war echt gut drauf.
obwohl das am freitag abend im camp zuerst gar nicht so aussah

. sie schien nervös und zappelig, wollte nichts essen - nur heu - , nichts trinken, untypischerweise fror sie trotz einer leichten decke, sodaß ich sie schließlich gar mit drei decken eindeckte. hm.
war zum teil vielleicht aufregung, aber auch leider nachwirkungen meines blöden navis, daß uns dummerweise quer durch die frankfurter innenstadt schickte, weil es das für einen prima weg hielt. mist! vorher strecke anschauen ist hifreich!
jedenfalls fand anissia es genauso doof wie ich, im freitag-abend-innenstadt-baustellen- berufsverkehr-stau zu stehen! das ständige stop and go, die tausend ampeln, dämliche frankfurter fahrer, die ihren dicken benz vorfahrtsklauenderweise direkt vor uns plazieren mußten, was mich dann zur vollbremsung zwang!

doof, doof, doof!
wir kamen genervt am startort an und anissia brauchte gleich erstmal ne abschwitzdecke.
und das bei den temperaturen, ganz toll!
ich schlief die erste nacht dieser saison im auto neben ihr

, eingemummelt in thermosachen, zwei schlafsäcke, zwei decken oben drüber, schal und mütze, haha. aber wider erwarten schlief ich ganz gut und warm und sah am nächsten morgen erstaunt den reif und die eisschicht im wasserpott.
beim morgendlichen tierarzt-check war anissia dann wieder wie immer und erleichtert trafen wir unsere startvorbereitungen.
wir starteten in einer vierer-gruppe, die tempomäßig total gut zusammenpaßte. eher unüblich für so unterschiedliche pferde - ein deutsches reitpony, ein vollblutaraberhengst, ein englisches vollblut und wir -, die sich gar nicht kannten. das war echt schön.
anissia durfte von anfang an in einem für sie recht angenehmen tempo laufen, schnaubte gleich ab und entspannte sich, als wollte sie zeigen: das ist es, was ich will!
nach ein paar kilometern fand anissia, daß etwas schneller vielleicht doch netter wär und ich ließ sie an die spitze. meine güte, ist die abgezischt!

die hat einen renntrab hingelegt, die anderen im galopp hinterher, krass! nur fliegen ist schöner!
die 4er-gruppe paßte lange zeit super zusammen. wir wechslten in trab und galopp ab und an die spitze, häufig führte anissia an, da ist sie glücklich und läuft prima. bei etwa kilometer 22 kamen wir an einen recht steilen feldweg, der zerfurcht und schräg zum weg bergab führte. die reiterin des englischen vollblutes ist da im langsamen trab runter, wir anderen wollte das nicht und sind im schritt runter. ab da haben wir das vollblut aus den augen verloren und sind als 3er-gruppe weiter.
der araberhengst war ein sehr hübscher rappe, der mein pferd ganz toll fand. und anissia? wenn er ihr zu nah kommt, legt sie die ohren an bis bagdad, zieht grimassen und versucht die hinterhand in seine richtung zu positionieren

. irgendwann fragt der enttäuschte reiter mein pferd, ob sie ihn denn kein bißchen nett fänd. aber anissia mag auf der strecke grundsätzlich nur pferde HINTER ihr

.
so sind wir in die pause und so gingen wir auch weiter. klappte prima, immer mal, wenn den beiden anderen ein wenig die puste ausging, hieß es: geh du vor, mach mal tempo!
und sofort hatten die beiden anderen wieder energie, hihi!
irgendwann kamen wir aus dem wald getrabt und wußten laut karte, die strecke geht rechts weiter. ich schaute nach rechts und sagte: "ach du scheiße" . vor uns lag der berühmt-berüchtigte "rote berg". sehr steil, sehr hoch und aus rotem, recht weichem sandboden. ich dachte, sie wird wohl angaloppieren, dann ausfallen und ich werde absteigen und führen. was macht mein pferd?
GALOPPIERT den KOMPLETTEN berg hoch!!

ich war total baff, wo nimmt die nur den turbo aus der hinterhand her? unfassbar! wer den "roten berg" kennt, weiß, wovon ich rede.
alles in allem war es ein toller ritt

, der sehr viel spaß gemacht hat. als goody gab es irgendwo auf der strecke einen umgestürzten baum quer über den weg, den man nicht springen mußte ( es gab einen "chickenway"), aber DURFTE.
wir liefen die 50 km in einer reitzeit von 3h 21 min in tempo 4,0 - freu, wir kratzen wohl doch demnächst noch an der drei vor dem komma!
nach der siegerehrung haben meine beiden mitreiter unabhängig voneinander zu mir gesagt: " bis zum nächsten mal. wir können dann ja gern wieder zusammen reiten." hihi, anissia ist wohl ein guter tempomacher, grins.

viele grüße
uli